zwitscher zwitscher
28. November 2008 um 20:21 Uhrich stehe ja derzeit in einer dauernden, kontrovers interessanten diskussion mit einem kollegen über sinn und unsinn von twitter. grundsätzlich immer offen für neues, bleibt mir hier, so sehr ich mich auch bemühe (und er auch), der nutzen nach wie vor seit monaten hartnäckig verborgen. vor allem die abgrenzung zu seit jahren etablierten messengersystemen und rss-feeds ist mir zu wolkig.
nun hat besagter kollege einen wirklich interessanten beitrag des zdf ins spiel gebracht.
sehr schön, das kapier sogar ich und wirklich gut gemacht. nur der nutzen wird auch hier nicht klarer - sieht man mal davon ab, dass twittern vermutlich einfach die steigerung der selbstdarstellung (wertungsfrei) durch blogs ist und dass die tatsache, dass mich jemand in amsterdam spontan auf ein bier einläd wohl eher ein wunschtraum. auch twittervision ist - ohne bisher mehr als einen kurzen blick drauf geworfen zu haben - technisch gesehen sicher klasse und soziodemografisch spannend. vom nutzwert aber wohl auch nicht höher anzusiedeln als loc.alize.us. die frage ist natürlich, ob es den haben muss.
dennoch ein paar gedanken hierzu - in wahlloser reihenfolge.
clive thompsons einschätzung kann ich nicht teilen. da bin ich altmodisch und alte schule und werfe meine über 15 jahre erfahrung im und mit dem netz in die waagschale, in denen noch nie ein tiefgründigerer kontakt zu einer person nur über virtuelle kommunikationsmittel entstanden ist. immer bedarf es auch direkter kommunikation. das “telepathische bewusstsein” für das gegenüber ist wohl eher durch dauerndes aktivitätsgrundrauschen erzeugte einbildung.
wo nimmt man die zeit her, ständig auch noch in die welt rauszurufen, was man gerade macht? ich bin i.d.r. ganz froh, wenn ich mal nicht kommunizieren muss und der infoflut entkomme. dazu kommt, dass ich sms tippen immernoch nervig finde und die zeit lieber auch mal dazu nutze, all das zu lesen, wozu ich normalerweise nicht komme weil mich irgendetwas ablenkt. passiert eh selten genug.
ich meine, bin ich dafür zu alt oder geht es noch anderen menschen so, dass sie grad mal genug mit der bestehenden kommunikation zu tun haben, um nicht noch jemandem mitteilen zu müssen, dass sie gerade “am flughafen angekommen” sind? mir persönlich fallen auch nicht mehr als drei menschen ein, die das interessiert und denen ich das mitteilen wollte.
ich muss ehrlich zugeben, zeit ist wertvoll geworden in den letzten jahren für mich und ich überlege mittlerweile (meistens) genau, womit ich sie nutze.
und ich frage mich ja bis heute, wie mit twitter geld verdient wird (und die milliarden von sms bezahlt werden). wikipedia sagt dazu:
williams sammelte etwa 22 millionen us-dollar risikokapital ein. twitter ist durch fred wilsons union square ventures, digital garage, spark capital und jeff bezos’ bezos expeditions gesichert. the industry standard verwies auf das fehlen von einnahmen als gefahr für die langfristige lebensfähigkeit. 2008 verkaufte twitter keine werbung und erzielte keinerlei einnahmen.
wenn da nicht noch der große, geheime masterplan in der schublade liegt, hör ich’s doch schon wieder ploppen.
“das potential” von twitter bleibt der beitrag irgendwie schuldig, ne? das auf ein verschwörerisches “das muss man selbst probieren” einzudampfen ist mir ein bisschen zu einfach.
und, wieso nicht einfach bei icq und co bleiben? mit nem smartphone gibt’s da keinen unterschied, richtig?
aber ich verspreche, irgendwann werde auch ich es mal versuchen (wenn mir mal jemand einen tipp für einen anständigen client (mac & win) gibt). bin gespannt.
einen tollen anwendungsfall kann ich mir allerdings dann doch noch vorstellen. wenn eltern sich in den twitterstrom ihrer kinder einklinken, bekommt das wort “follower” eine ganz neue bedeutung. ![]()
am 10. Dezember 2008 um 16:40 Uhr.
die sms gibts nicht mehr. und ein schöner client ist twhirl, auf air-basis.
und ja, es gibt einen unterschied zwischen instant messaging und twitter.
am 20. März 2009 um 10:48 Uhr.
[…] das lustigste, was ich in letzter zeit zum thema twitter gesehen hab. und irgendwie auch n bisschen […]