multitouch und viel ernüchterung in den neuen macbooks

14. Oktober 2008 um 22:55 Uhr

die gute nachricht zuerst: das soeben vorgestellte macbook, sowie das macbook pro haben ein neuartiges touchpad aus glas, das multitouch mit bis zu vier fingern erlaubt und ein button in sich ist. daher kommt es gänzlich ohne zusätzliche buttons aus und ermöglicht die interaktion über diverse fingergesten. es darf angenommen werden, dass dies die kommunikation über die nutzerschnittstelle touchpad einigermaßen revolutionieren wird.

leider gibt es auch negatives zu berichten. so wurde zugunsten einer (zugegebener maßen wirklich) unwiderstehlichen optik gänzlich auf ein nicht entspiegeltes display mit glas(!)front gesetzt (dem des imac mehr als ähnlich). gerade bei einem gerät, dass auch draußen verwandt wird aus ergonomischer sicht ein alptraum, der absolut unverständlich ist und zudem mehr gewicht auf die waage bringen dürfte als herkömmliche displays. sicher wird das viele nutzer (inkl. mir) vom kauf abhalten und apple bedauerlicherweise wegführen vom einst eingeschlagenen pfad des vorreiters in sachen soft- und hardwareergonomie, wenn so leichtfertig gefestigte erkenntnisse der hardwareentwicklung über bord geworfen werden. hier kann man nur auf nachbesserung hoffen, was allerdings aufgrund der gesamten bauweise vermutlich vergeblich sein wird. so wurde denn auch die frage beim presseevent nach entspiegelten displays verneint: you offset the reflection by the brightness, so die lapidare antwort. dass ein voll strahlendes mac display auf dauer kaum zu ertragen ist, scheint nebensächlich. nebenbei erhalten auch die neuen cinema displays eine glossy oberfläche.

völlig unverständlich auch, warum bei den macbooks gänzlich auf firewire verzichtet wird. lediglich das macbook pro behält diese schnittstelle bei, die kleineren modelle erhalten nur ethernet und usb. mehr noch. eine option auf firewire über die expresscard/34 schnittstelle gibt es ebenfalls nicht - auch sie erhält man nur beim pro modell. absurd.

ärgerlich ebenfalls die einführung eines wiederum neuen standards beim externen monitorausgang, des sogenannten mini displayports. hatte man sich z.b. als imac nutzer einen mini-dvi-auf-dvi-adapter besorgt, um das hochwertige eizo zweitdisplay anzuschließen, so werden beim kauf eines macbooks sicherlich wiederum weitere 20-30 euro für einen mini-displayport-auf-dvi adapter fällig. auch und gerade wenn man an den einsatz von präsentationen mit projektoren denkt.

alles weitere über die neuen macbooks, macbooks pro, sowie die offizielle keynote.

3 Kommentare zu “multitouch und viel ernüchterung in den neuen macbooks”

  1. Patrick Lenz

    Du darfst Dir meins dann nächste oder übernächste Woche ansehen um zu schauen ob das mit dem glossy wirklich so schlimm ist :) Ich war auch zunächst überrascht (wenngleich es ja vorher schon “verraten” wurde) aber habe mich nicht vom Kauf abhalten lassen.

  2. Tom

    hm, ich muss es mir natürlich tatsächlich erst irl anschauen, aber ich finde es bei meinem imac doch sehr störend. und hier kann ich die lichtverhältnisse sogar noch steuern, in einem zugabteil oder flugzeug dürfte das schwierig werden. zudem ist die landläufige meinung, dass vor allem helle umgebung besonders stört. der meinung bin ich nicht. die erfahrung zeigt mir, dass es gerade in der abendlichen, halbdunklen arbeitsatmosphäre besonders auffällt, wenn etwa eine lampe oder gegenstände im hintergrund stehen. ein besonderes problem tritt dann auf, wenn man auf dem screen gerade dunkle oder schwarze flächen darstellt. hier verhält sich der bildschirm nahezu wie ein spiegel und bei dunklen flächen hilft auch kein hochregeln der helligkeit (meinen imac habe ich nach starkem augenbrennen komplett heruntergeregelt).

    interessant ist, dass apple den glare effekt scheinbar so toll findet, dass er sogar in sämtliche bilder und videos eingearbeitet wird. da sieht man eine schicke racecar simulation mit einem nervigen glanzeffekt im display. aus marketing sicht eigentlich ein alptraum, bei apple wird es als feature verkauft (jobs (hauchend): “it’s all glass”). ;)

    interessant auch, dass offensichtlich ein so wichtiges, ergonomisches argument wie die ermüdung der augen, bei apple im gegensatz zu anderen themen zur zeit keine rolle zu spielen scheint. erklärungen, das macbook doch einfach anders zu drehen erscheinen mir etwas hilflos. ich meine, es ist ja nicht so, als beschäftigten wir uns erst seit gestern mit den folgen der bildschirmarbeit…

    dabei immer klargestellt, ansonsten habe ich featureseitig - abgesehen von den im post erwähnten dingen - kaum etwas auszusetzen an den neuen macbooks und hatte eigentlich nur darauf gewartet, um vollends auf apple umsteigen zu können. zur zeit sieht es so aus, als müsste ich noch einige zeit mit den unpässlichkeiten zweier systeme leben.

  3. nachtgedanken » Blog Archive » neue macbooks nun doch entspiegelt?

    […] wie absurd ich das darstellen eines verspiegelten displays in der werbung aus marketinggesichtspunkt…, habe ich mich ja schon […]

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