mal halblang machen
18. September 2006 um 19:32 Uhrdie debatte (um nicht zu sagen, der aufruhr) in der islamischen welt um die äußerungen von papst benedikt XVI. nimmt immer absurdere züge an. erinnerungen an den (ebenfalls völlig überzogenen und propangandistisch ausgeschlachteteten) karrikaturenstreit werden wach. nicht nur, dass aufgrund der wieder mal verfälschten und verkürzten darstellung seiner rede zur gewalt gegen das kirchenoberhaupt aufgerufen wird. jetzt fordern islamische staaten eine religionsdebatte bei der uno und im irak brennen schon die deutschen flaggen und papstfiguren.
meiner meinung nach täten einflussreiche muslimische glaubensführer, die sich zur friedlichen ausübung ihrer religion bekennen, gut daran, fanatikern ein für alle mal den wind aus den segeln zu nehmen. ihnen sei angeraten, sich endlich ernsthaft um die extremen flügel ihrer glaubensrichtungen zu kümmern, die immer wieder gerne öl ins feuer gießen, denn das durchaus vorhandene verständnis und die toleranz gegenüber der gemäßigten islamischen welt schwinden zunehmend. das kann nicht im sinne des muslimischen glaubens sein und es erscheint etwas unglaubwürdig, dass deren einfluss so gering sein sollte.
so konnte man sich schon während des karrikaturenstreits des verdachtes nicht erwehren, dass die völlige eskalation der stimmung geduldet und erst äußerst spät gemäßigt wurde. auch die in der westlichen welt ansässigen islamischen glaubensverbände halten sich bei solcher gelegenheiten recht lange zurück und gehen, wenn überhaupt, nur sehr zaghaft dagegen an, anstatt derlei verunglimpfungen ihres glaubens aus den eigenen reihen auf’s schärfste zu verurteilen. zudem wäre es an ihnen, etwaige falschdarstellungen und verkürzungen zu korrigieren. da drängt sich der verdacht auf, dass die fanatiker nur allzu gerne geduldet werden, um den eigenen interessen nachdruck zu verleihen. ein gefährliches spiel mit dem feuer.