david gegen goliath
27. Juni 2003 um 14:26 Uhrder verband der musikindustrie, riaa, hat angekündigt, ab heute verschärft gegen p2p nutzer vorzugehen. mit scannersoftware sollen die ip’s der nutzer ausspioniert, darüber die nutzer ermittelt und anschliessend jeder auf bis zu 150.000 us-dollar pro angebotenem song verklagt werden. in deutschland sieht das selbstverständlich noch anders aus, wird sich aber spätestens mit der novellierung des urheberrechts ändern.
was die riaa einfach nicht begreifen will, ist, dass sie diesen kampf niemals gewinnen kann und wird. es werden immer millionen von nutzern gegen sie stehen, die zu jeder massnahme eine gegenmassnahme finden. anstatt ihre energie (und ihr geld) für diesen aussichtslosen kampf in den sand zu schiessen, sollte man sich vielmehr mal mit p2p nutzern unterhalten, um von ihnen zu erfahren, wie ein angebot aussehen müsste, dass sie vom p2p abbringt.
nicht zuletzt hat sich die musikindustrie seit jahren ganz dick die taschen voll gemacht. und solange künstlern wie robbie williams noch millionenverträge angeboten werden, kann es nicht so weit her sein mit den umsatzeinbrüchen.
angesichts heutiger cd-preise von 18 euro und mehr sollten die überlegungen der riaa eher in die richtung gehen, eine front gegen die völlig überzogenen und abgehobenen gagen zu bilden. wäre man sich da einig, würden künstler bei den vertragsverhandlungen auch nicht mit dem weggang von der plattenfirma drohen. folge: die gagen würden über kurz oder lang auf ein “normales” niveau zurückgehen, cd-preise könnten immens sinken (vorausgesetzt, das argument der plattenindustrie, der löwenanteil der cd verkäufe ginge für die hohen künstlergagen drauf, ist stichhaltig). im zuge dessen würden sich viele p2p nutzer mit sicherheit überlegen, ob sie für einen dann so geringen (cd) preis noch straffällig werden wollen.
ein weiterer punkt ist, dass ein p2p nutzer meiner meinung nach nur qualitätseinbußen wie schlechteren klang, kein booklet, etc. in kauf nimmt, weil er nichts für die musik bezahlt. sobald er dafür jedoch geld hinlegt, steigen die qualitätsansprüche gewaltig. folge: nahezu jedes der bisher angebotenen konzepte für legale musik-portale floppte bisher.
aber von alle dem wollen die verbohrten und sturen köpfe in den teuren anzügen und chefetagen (noch) nichts wissen. sie wollen nicht verstehen, dass sich die lage, die gesellschaft verändert hat und auch sie ein grosses stück vom kuchen an die allgemeinheit abgeben müssen - weil sie ihn sich sonst einfach nimmt. ihnen wird in zukunft jedoch kaum etwas anderes übrig bleiben - sofern die überwachung der nutzer nicht orwelleske zustände erreicht…